Forschungsprojekt "meine Fahrradgarage" im Rahmen des Calls Die Stadt 2020 im Programm Forschung des ZIT - Zentrum für Innovation und Technologie.
Das Fahrrad rückte in den letzten Jahren wieder verstärkt in den Mittelpunkt der Verkehrsplanung. Der Umstieg aufs Fahrrad scheitert in dicht verbauten Stadtgebieten häufig daran, dass Wohnungen und Arbeitsstätten keine adäquaten Abstellmöglichkeiten zugeordnet sind. Mit diesem Forschungsprojekt soll geklärt werden, welche Möglichkeiten bestehen, dicht bebaute Stadtviertel mit wohnungs- und bürobezogenen Fahrradabstellanlagen (Fahrradgaragen) auszustatten, welche stadt- und raumplanerische Maßnahmen förderlich sind und welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundlagen geklärt werden müssen, um zum Erfolg zu kommen. Als Pilotbezirk, in dem konkrete Umsetzungsprojekte erarbeitet werden sollen, wird der 6. Wiener Gemeindebezirk gewählt.
Das Projekt "meine Fahrradgarage" soll vor allem folgende Fragen klären:
1) Welche Örtlichkeiten bieten sich in dicht verbauten Stadtvierteln an?
2) In welchem räumlichen Bezug funktionieren Fahrradgaragen?
3) Wer sind die handelnden und konsumierenden AkteureInnen (potenzielle NutzerInnen, (potenzielle NutzerInnen, HauseigentümerInnen, Hausverwaltungen, öffentliche Verwaltung etc.)
4) Welche Funktionen können Fahrradgaragen im Sozialraum einer Stadt übernehmen?
5) Was ist ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit von wohnungsbezogenen Abstellanlagen insbesondere von Fahrradgaragen?
6) Welche Anforderungen ergeben sich an die Architektur bzw. Bautechnik?
Die Klärung dieser Fragen bietet die Grundlagen für die Entwicklung eines Handbuchs, das zu konkreten Umsetzungen von Fahrradgaragen in dicht verbauten Stadtgebieten eingesetzt werden kann. Durch das Wissen der räumlichen, städtebaulichen, sozialen sowie gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen steht eine Art Manual zum Umsetzungsverfahren zu Verfügung. Das Erarbeiten von modularen architektonischen Lösungen veranschaulichen Umsetzungsoptionen und ermöglichen eine rasche und modulhafte Realisierung (z.B. Fahrradboxen für Innenräume und den öffentlichen Raum).
Für die Forschungsarbeit ist es sehr wichtig zu wissen, wie zufrieden die BewohnerInnen des Bezirks mit der derzeitigen Radabstellsituation in ihrem Wohnhaus sind und welche Verbesserungen sie sich wünschen. Auf dieser Grundlage kann das Potenzial von Fahrradgaragen im Bezirk ermittelt werden. Mit freundlicher Unterstützung durch die Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann wird in diesen Tagen ein Print-Fragebogen an eine begrenzte Zahl an Haushalten in Wien-Mariahilf versendet.
Um möglichst viele Personen erreichen zu können, bittet das Forschungsteam alle RadfahrerInnen und am Thema Interessierten um Unterstützung bei der Befragung: ab sofort gibt es die Möglichkeit, den Online-Fragebogen auf der Website https://www.soscisurvey.de/mfg/ auszufüllen.
Das Team bedankt sich für Ihre Unterstützung und steht für weitere Auskünfte und Informationen gerne zur Verfügung. Die Webseite www.meinefahrradgarage.at informiert Sie über Kontaktmöglichkeiten, Veranstaltungen und den weiteren Verlauf des Projekts!
Projektpartner:
stadtland DI Sibylla Zech GmbH (Leadpartner) - www.stadtland.at
Architekten Halbritter & Hillerbrand, ZT GmbH - www.h2arch.at
TU Wien | Department für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung, Fachbereich Soziologie (ISRA) - http://isra.tuwien.ac.at/